2002
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Das Geburtstagsgeschenk
70 Jahre ist sie gerade geworden, die Rentnerin Maria Meyer. Wie hatten sie alle diesen Geburtstag gefeiert! Und was war das schönste Geschenk? Ihr erstes Fahrrad, ein Mountainbike! Eigentlich soll man mit diesem Fahrrad gut in den Bergen fahren können, aber da sie gleich hinter dem Deich wohnt und es gar keine Berge gibt, versucht sie erst mal "leichtfüßig" den Deich hinauf zu kommen. Und morgen geht sie auf "Fahrradtour" nach Cuxhaven. Es soll ihre erste große Fahrt mit dem neuen Fahrrad werden. Und alles oben auf dem Deich. Links die Weser, rechts die Wiesen mit den Kühen. Nee, nicht nur die Kühe, auch Ochsen grasen dort gerade. Und was meint ihr? Ein Ochse rast los, und die arme 70 Jahre alte Rentnerin bekommt einen solchen Schrecken. Sie fällt von ihrem neuen Fahrrad. Und welch ein Glück, der liebe Gott hat noch mal den Daumen zwischen gehalten, sie ist mitlauter blauen Flecken davongekommen.
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| Museumsbesuch Nun sitze ich hier im Zeughaus von Vechta. Ein Denkmal aus dem Krieg vor über 300 Jahren. Und alles um mich herum ist gepflegt, sauber und steril. Und jede Furcht vor einem eventuellen Wiederbenutzen wird mir genommen. Und doch, wieviel Elend, Not und Streit liegt in all den vielen Kriegswerkzeugen? Hunderte haben durch diese Waffen ihr Leben lassen müssen. Und ich bin froh, nicht in jener Zeit gelebt zu haben. Ob es heute besser ist? Die Art, heute sein Leben lassen zu müssen, in einem für uns heute unsinnigen Krieg, ist unverständlich. Für ihr Land, ihre Stadt, ihre Kinder, ihre Familien opferten sie alles. Und wenn der Sieg über die Nachbarn errungen war, dauerte der Frieden nur eine kurze Zeit, und die Enkelkinder fingen wieder an, neue Waffen zu schmieden. Immer raffinierter und grausamer für sie hergestellt. Und was ist das Ergebnis? Heute, nach über 300 Jahren, ist der Kampfgeist derselbe geblieben. Und so lange es Menschen gibt, wird es keinen Frieden geben. Nur, dass die Zeughäuser heute anders aussehen und die Waffen erst recht. Ob die Menschen anders geworden sind? Ich glaube nicht. Die apokalyptischen Reiter ziehen weiter durch das Land. Die schweren Wurfgeschosse in diesem Zeughaus haben sich in Raketen, Tretminen oder chemische Waffen gewandelt. Die Flugzeuge tragen Bomben. Nur eines ist geblieben und wird es bis zum Ende unseres Lebens bleiben, dass wir nicht tiefer fallen können als in die Hände Gottes. Nur darum lohnt es sich zu leben. |
Tante LuiseIch glaube, Tante Luise, du hast es schwer gehabt im Leben! Und du bist froh, dass du nun dieses Alter erreicht hast. Deine Kinder sind groß und haben dich verlassen. Sie haben nun selbst Kinder, und die beiden Ältesten sind nach Afrika gegangen. Und Sophie hat einen Buren geheiratet. Und Fritz hatte schon von Kindheit an den Wunsch, nach Swakopmund auszuwandern, um dort eine Farm zu gründen. Dein Mann als Amtsrichter war zwar ein sehr korrekter und fürsorglicher Mann, aber ich glaube, die große Liebe, von der du geträumt hast, war es nicht. Und daher dieser sehnsüchtige und wehmütige Blick in deinen Augen. Wenn ich dich doch noch einmal fragen könnte! Ob du Angst gehabt hast, du könntest das Leben versäumen? Du tust alles, um schön zu sein, und sogar die Brennschere musste herhalten. Ich, die 80 Jahre später geboren ist als du, weiß, welche Mühsal damit verbunden ist. Der weiße Schal um deinen Hals steht dir gut. Und ich weiß, welche Arbeit es machte, ihn zu waschen und zu plätten. Nur zu festlichen Anlässen hast du dich damit geschmückt. |
